Stressinkontinenz

 

geändert:
Mittwoch, 22. Oktober 2008 

 

Was ist eine Stressinkontinenz - Belastungsinkontinenz?

Hier besteht eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur - der Muskulatur also, die von uns zur bewussten Steuerung des "Wasser lassens" benutzt wird. Ist diese Muskulatur zu schwach, dann kommt es schon bei geringen Druckveränderungen in unserem Bauchraum - wie etwa beim Lachen, Niesen, Sport treiben, etwas Schweres heben - zum Tröpfeln und Fließen aus der Harnblase. Die Ursache für die Erschlaffung oder verminderte Leistungsfähigkeit der Beckenbodenmuskulatur kann zum einen ein ganz normaler altersbedingter Funktionsverlust sein, oder aber auch Infektionen und bei Frauen sehr häufig die Überdehnung der Muskulatur bei einer Geburt.

Aber auch nach operativen Eingriffen, wie der Prostataentfernung (Prostatektomie) und Blasenentfernung (Zystektomie) und nach Unfällen, bei denen das Rückenmark und die Nerven der Wirbelsäule dauerhaft geschädigt sind, kann eine Belastungs - Stressinkontinenz entstehen.

Bei einer Inkontinenz bei Trägern einer Neoblase handelt es sich also vorwiegend um eine Stressinkontinenz, auch Belastungsinkontinenz, wie im Forum des Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. geschildert:
www.selbsthilfeverband-inkontinenz.de

Das Problem verursacht das Fehlen des inneren Blasenschließmuskels, der während der Blasenentfernung mit entfernt wird. Er schloss die Harnröhre vorher permanent ab und öffnete sie erst, wenn die Harnblasen entleert werden sollte.

Da er nun fehlt, muss diese Aufgbe der externe Schließmuskel übernehmen, der im Beckenboden eingebettet ist. Dieser Muskel ist aber ein willkürlicher, dass heißt, er muss von uns aktiviert werden, damit er die Harnröhre verschließt.

Während dieses, nach einem speziellen Beckenbodentraining, das sich bei Mann und Frau wegen der unterschiedlichen Anatomie des Beckenbodens unterscheidet, tagsüber in den meisten Fällen zur Kontinenz führt, besteht die Möglichkeit einer nächtlichen Inkontinenz weiterhin.

Dies fängt bei manchen Menschen schon damit an, dass ein Hinlegen ausreicht, die Beckenbodenmuskulatur und damit den Schließmuskel der Harnröhre zu entspannen, so dass unwillkürlich Urin austreten kann. So ist dies auch nachts der Fall.

Während also eine Kontinenz tagsüber oft erreicht werden kann, tritt bei etwa 30% eine nächtliche Inkontinenz auf, die ohne operative Eingriffe (die wegen der Risiken nur in den seltesten Fällen empfehlenswert sind) nicht zu beseitigen ist.

Man kann dieser nächtlichen Inkontinenz eigendlich nur begegnen, in dem man abends weniger trinkt und Nachts regelmäßige Toilettengänge einplant, damit der Füllstand der Neoblase gering bleibt und sich nicht oder nur kaum entleert.

Das Tragen von Vorlagen oder Windeln und eine wasserfeste Bettunterlage sind eine Möglichkeit den Urin nachts aufzufangen.

Eine andere Möglichkeit, leider nur beim Mann, ist das Tragen von Urinalkondomen mit einem Nachtbeutel, die eine befriedigende Lebensqualität wieder herstellen kann.

 

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